Frühes Leben und Ausbildung
Jin-Wei Huang, geboren in Taiwan, begann bereits in jungen Jahren mit dem Musikstudium und zeigte früh eine besondere Sensibilität für Rhythmus und Klangfarbe. Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung entwickelte er eine zeitgenössische musikalische Sprache, die stark vom Schlagwerk geprägt ist.
Er promovierte im Fach Musik an der Taipei National University of the Arts, wo er bei Ju Tzong-Ching, Wu Shih-San und Wu Pei-Ching studierte. Während dieser Zeit baute er eine fundierte Grundlage in Aufführungstechnik und Bühnenpraxis auf und entwickelte zugleich eine breitere künstlerische Perspektive über verschiedene Disziplinen hinweg. Später setzte er seine Studien am Conservatoire National Supérieur Musique et Danse de Lyon (CNSMD Lyon) in Frankreich fort, mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik und fortgeschrittener Aufführungspraxis. Dort studierte er bei Minh-Tam Nguyen, Alexandre Esperet, Adrien Pineau und Yang Yi-Ping. Diese Erfahrung erweiterte seine musikalische Sprache im Bereich des europäischen zeitgenössischen Klangs und prägte seine persönliche Ästhetik der Klangforschung.
Künstlerische Laufbahn und Auftritte
Als aktiver Interpret der internationalen zeitgenössischen Schlagwerkszene arbeitet Jin-Wei in den Bereichen Soloperformance, Kammermusik, Theater und interdisziplinäre Projekte. Seine Auftritte führten ihn durch Asien, Europa und Ozeanien. Zu Beginn seiner Laufbahn tourte er mit Ensembles in China, Hongkong und den Vereinigten Staaten und nahm an internationalen Austauschprojekten an Institutionen wie dem National Centre for the Performing Arts in Peking, dem Central Conservatory of Music und der Tokyo University of the Arts teil. Zudem wurde er zur Percussive Arts Society International Convention (PASIC) eingeladen.
Forschung, Projekte und Interdisziplinäre Arbeit
Seine interdisziplinäre Arbeit umfasst unter anderem das JPG Lab Projekt mit Klangkünstlern, bei dem Bild, Programmierung und digitaler Klang miteinander verbunden werden, um die Möglichkeiten des Schlagwerks in zeitgenössischen Aufführungsformaten zu erweitern. Darüber hinaus war er auf internationalen Plattformen wie dem Modern Music Festival, Nuit Blanche, Contemporary Art Festival und Geneva Music Festival aktiv. Außerdem arbeitete er mit der Strasbourg Percussion Group in Frankreich sowie der Eklekto Percussion Group in Genf zusammen und wirkte an der Interpretation zeitgenössischer Repertoires sowie an klangbasierten experimentellen Kreationen mit.
Pädagogische Tätigkeit und künstlerische Leitung
Derzeit ist Jin-Wei Huang Professor für Schlagwerk am Conservatoire de Melun in Frankreich und unterrichtete zuvor am Conservatoire de Toulon. Sein Unterricht umfasst Stabspiele, zeitgenössische Musikinterpretation und kammermusikalische Zusammenarbeit. Darüber hinaus gibt er regelmäßig Meisterkurse und Workshops in Europa und Asien und nimmt an internationalen Austauschprogrammen im Bereich der Musikpädagogik teil. Außerdem war er als Jurymitglied bei Wettbewerben tätig.
Auszeichnungen und Anerkennungen
Jin-Wei Huang hat in der internationalen Schlagwerkszene kontinuierliche Anerkennung erfahren und Preise bei verschiedenen internationalen Wettbewerben gewonnen. Seine Wettbewerbserfahrung erstreckt sich über Taiwan, Australien, Italien, die Schweiz, die Vereinigten Staaten und Südkorea. Er nahm unter anderem am TROMP International Percussion Competition in den Niederlanden und am Shanghai IPEA International Percussion Competition teil. Im Jahr 2024 erhielt er den Ersten Preis im Duo sowie den Best Interpretation Award beim Universal Marimba Competition. Seine künstlerische Praxis bleibt in internationalen Musik- und Kunstfestivals aktiv und trägt regelmäßig zu Uraufführungen sowie zur Weiterentwicklung zeitgenössischen Repertoires bei.
Blick in Jin-Weis Ausstattung
Glockenspiel-Schlägel
Jin-Wei Huang setzt bei seinen Interpretationen auf eine vielseitige Auswahl an Kolberg Glockenspiel- und Filigrana-Schlägeln, die ihm ein außergewöhnlich breites Spektrum an Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen. Von präzisen orchestralen Passagen bis hin zu feinsten Nuancen zeitgenössischer Musik bieten die unterschiedlichen Modelle eine optimale Balance aus Ansprache, Dynamik und Kontrolle.
Besonders die Filigrana-Serie kommt in seinem Repertoire häufig zum Einsatz. Die speziell entwickelten Aluminium- und Bronzeköpfe auf fein geschliffenen Rattanstielen ermöglichen eine außergewöhnlich differenzierte Klanggestaltung auf Crotales, Glockenspiel, Becken und weiteren Metallinstrumenten.
Photo Credits: Venera Red